Session 2013/2014

„34 Jahre volles Haus, Dölau lässt die Sau heraus!" 

Wer dachte, dass der Halle-Saalkreis-Karnevalverein e. V. (HSKV) in dieser Session zur Eröffnung wieder den Markt zu Halle als Veranstaltungsort wählen würde, sah sich getäuscht. Die Eröffnung fand ähnlich dem Vorjahr auf dem kleinen und ungemütlichen Platz vor dem kühlen Brunnen neben dem Brauhaus Halle statt. Außer den Mitwirkenden am Programm waren wenige Karnevalisten und Zuschauer zur Eröffnung anwesend. Liegt es am Veranstaltungsort bzw. an der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des HSKV e. V.? Diese Frage muss erlaubt sein.

Im November eröffnete der CCD e. V. traditionell die Session durch eine „Generalprobe“ mit Publikum. Die Stimmung war gut und die dargebotenen Programmpunkte spiegelten die hohe Qualität der Arbeit des Vereins wieder.

Alle Gruppen, von den kleinsten Tänzerinnen bis zu den uralten Tanzbären, beherrschten ihr Repertoire. Unvorhergesehene Ereignisse wurden gekonnt durch das Moderatorenduo Präsidentin – Vize professionell behandelt.

Im November fand auch der bei allen beliebt und berüchtigte Karneval für Karnevalisten in Teutschenthal statt. Die Qualität dieses Events hat sich im Gegensatz vergangener Jahre gebessert. Ein negativer Aspekt lag im „Tanz“ nach der Veranstaltung. Von Tanz konnte hier keine Rede sein, allenfalls von organisiertem Krach. Die Frage ist, warum wird hier Karneval mit Disko verwechselt? Für die älteren Semester der Karnevalisten war der Abend jedenfalls schnell gelaufen. Ob das im Sinne des Erfinders ist?

Zum Saalekarneval Ende Januar wurden und werden nur die Vereine des Saal(e)kreises durch die Veranstalter des Merseburg-Meuschauer Karnevalsverein eingeladen. Hier ist unser Verein der CCD e. V. gefordert, den Vorreiter zu geben, um die vorhandenen und begründeten Animositäten der Veranstalter hinsichtlich der Stadtvereine des HSKV e. V., aufzuheben, um ein vernünftiges Miteinander der Karnevalsvereine über die Kreisgrenzen hinweg zu gestalten.

Anfang Februar nahm die Session Fahrt auf. Mit einer Veranstaltung und Umzug am nächsten Tag begannen in Höhnstedt die Festivitäten. Bei einigermaßen bescheidenem nasskalten Schmuddelwetter zogen die Vereine der Stadt Halle, des Saalkreises und der Querfurter Platte durch die Straßen der Hohen Stätte. Nur wenige Zuschauer säumten die Straßen.

Ein dreifacher Salut der Kanone eröffnete die Veranstaltung des CC „Blau-Silber" Dölau e. V. Wie schon in 34 Jahren zuvor, begann das Programm mit dem Einmarsch des Elferrates, der Garden, der Präsidentin, des Vizepräsidenten und der Vereinsfahne. Das Prinzenpaar Prinz Alex I., zum vierten, und Prinzessin Yvonne I., zum dritten, eröffneten unter dem Motto: „34 Jahre volles Haus, Dölau lässt die Sau heraus“ mit der Ansprache an das närrische Volk die Feierlichkeiten. Der Schlüssel für die Heimkampfbahn der Dölauer Karnevalisten wurde durch den Gastwirt des Waldhotels, Frank Liebsch, übergeben. Ebenso eine Tradition in Dölau ist die Vorstellung des 11-Rates, der Kassenverantwortlichen und der Saalpolizei.

Durch das Programm führten wie immer sprachlich versiert die Präsidentin und der Vizepräsident mit manchem Gag.

Das Programm begann mit dem Gardetanz der Heidegeister. Der Tanz wurde technisch akkurat einstudiert und mit Grazie wurde das Publikum überzeugt.

Die Fische, äh’m Knirpse schwammen bei ihrem Showtanz mit „Arielle“ und verzauberten die Besucher der Sitzung. Die Kleinsten sind eben ganz groß.

Weiter im Programm ging es mit der Bütt und Girls, Girls, Girls… Hier wurde beschrieben, welche Vorzüge die Damen in unterschiedlichen Landen und Erdteilen haben.

In der anschließenden Playbackshow war Großkampftag des Vereins angesagt. Solch eine Materialschlacht hat Dölau seit bestehen des Karnevals noch nie erlebt. Außer den Jüngsten waren alle Gruppen und Vizepräsident, sowie das Prinzenpaar des Vereins an diesem wahnwitzigen Auftritt beteiligt. So zogen sich die Mitwirkenden an dem Programmpunkt während der Nummer bis zu vier Mal um. Die Entwicklung des Schlagers von der guten alten Zeit bis in die Neuzeit wurde dargestellt. Es wurden alle Ressourcen an Kostümen mit vielen individuell gestalteten Details abgerufen. So kamen die albernsten Verkleidungen zu Stande. Es hat allen großen Spaß gemacht und war eine große Show – wie in Vegas eben.

Petra suchte sehr intensiv und humorvoll ein heißes Höschen, welches dann letztendlich unter ihrer Kittelschürze zum Vorschein kam und alle Anwesenden trotz Farbe und Größe begeisterte.

Der Showtanz der Heidegeister – immer etwas besonderes. Diesmal die Verbindung von Klassik zur Moderne. In ihren Reihen tanzt nur eine männliche Person mit – sozusagen der Hofhahn unter den Hinnen. Aber perfekt gemacht.

Die Harnackhofsänger, diesmal zu Beginn in Mönchskutten, ließen verschiedene alkoholische Getränke in einem Choral hochleben. Anschließend bekamen die Autofahrerinnen aus M und S und H ihr Fett weg. Das Publikum lauschte wie in jedem Jahr gebannt dem Vortrag und bedachten die Gruppe mit viel Beifall. Alle gesungenen Gegebenheiten sind natürlich nur rein zufällig mit lebenden Personen.

Der Showtanz der Gardesisters – ein Liebeserklärung an die Anwesenden. Grazie und Anmut überall, wohin man blickte. Musik aus einer anderen Generation wurde überzeugend tänzerisch und mit Pfiff umgesetzt.

Hauptwachtmeister Bock war wieder in seinem Element. Gewitzt, hintersinnig und scharfzüngig verteilte er seine Pointen, die schwarzen Humor ebenso nicht vermissen ließen, wie fein gesponnene Gags, die sich als Teebeutelwitze herausstellten – sie mussten erst einmal beim Publikum ziehen.

Im Märchen „Frau Holle“ tummelten sich wiederum viele Vereinsmitglieder mit gehobenen Aufwand für Requisite und Technik. Hervorzuheben unter vielen ist Andreas – „das Brot“ und der Kullerprinz Lars vom Mars als Mork vom Ork. Und es war noch nicht die letzte Klappe dieser Art. Die Gebrüder Grimm haben bekanntlich duzende Märchen gesammelt. Sollte der Verein in ca. fünfzig Jahren damit durch sein, stehen z. B. noch H. C. Andersen oder das Enterprise-Universum zur Auswahl. Der Fundus an Geschichten für eine solche Nummer ist riesengroß...

Der Gardetanz der Gardesisters bot ein Bild der Anmut, beeindruckte tänzerisch und es waren alle Elemente vorhanden, die einen Gardetanz ausmachen.

Im Sketch „Sotschi“ gaben die Herren „Siegfreud und Rolf“, diesmal als Wintersportathleten, dem Affen Zucker und zeigten dem russischen Bären, was Dölauer Karnevalisten von ihm halten. Je t`aime moi non plus - die Regenbogenfahne als Zeichen der Toleranz bringt Friede und Freude für alle Menschen.

Mit der „Ode an den Sommer“ versprühte das E-Team Funken in der kalten Jahreszeit und brachte den Saal zum kochen. Ohne eine Zugabe gingen die Herren bei ihrem Showtanz nicht vom Saal, was einige wie die Maikäfer zum pumpen brachte…

Nach dem Einmarsch aller Garden und Mitwirkenden wurde die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Singen des Dölauer Liedes beendet. Eine Polonaise hob das Programm auf und wie immer feierte der Verein bis in die frühen Morgenstunden kräftig mit unserem Haus- und Hofkapellmeister Enrico weiter. Dieser ließ den Rufbus der Linie 18 von Istambul bis nach Dölau fahren.

Der Rosenmontagszug als Höhepunkt der Karnevalisten in der Stadt Halle (Saale) und des Altsaalkreises zog sich eine Stunde durch die Straßen von Halle. Zahlreiche Gäste aus dem Harz, Nienburg, Bernburg und Könnern unterstützten und bereicherten den heimischen HSKV e. V. bei der Durchführung des Zuges.

Die Abendveranstaltung am Rosenmontag war gut besucht und bildete wie jedes Jahr einen würdigen Abschluss des Karnevals in Dölau.

In zahlreichen Gastauftritten in der laufenden Session bei den befreundeten Vereinen in Schochwitz, Höhnstedt, Wettin und bei den Eisenbahnern wurde das karnevalistische Miteinander gepflegt. Besonders ist hier der Rentnerkarneval von Zappendorf zu nennen. Jedes Jahr beginnt im Gasthaus „Zur Linde“ in Müllerdorf der Frühling mit den Vögelein vom Titikakasee…