Session 2011/2012

„Jungfrau und Tanne, gebt euch die Kanne" 

Frei nach diesem Motto begann am 11.11. wie jedes Jahr die tolle Jahreszeit für den CCD und keine(r) konnte das diesjährige Motto besser erklären als unsere Präsidentin Dagmar Stoye im TV Bericht vom MDR. Für alle die, die kein Fernsehen haben, hier noch mal die Kurzform …die steinerne Jungfrau sowie die Tanne sind Teile des Vereinswappens und stehen als Tanne für die Dölauer Heide und als Jungfrau… nein, nicht für die Unbeflecktheit der Funkengarden, sondern für den Heidenstein an der Straße nach Brachwitz, um den sich einige Sagen drehen. Und warum sich die beiden die Kanne geben sollen, ist sicherlich der Trinkfestigkeit der Dölauer zuzuschreiben (der Beitrag ist auch hier auf der Website zu sehen).

Zur Machtergreifung der Narren am 11.11. kamen wie jedes Jahr nur die ganz hartgesottenen auf den Halleschen Markt, um zu sehen, mit welchem Frohsinn und welcher karnevalistischer Begeisterung unsere Bürgermeisterin den Schlüssel zum Rathaus an das Stadtprinzenpaar abgab. Wenn die Monologe der Moderatoren auf der Bühne nicht bald mehr Platz für karnevalistische Darbietungen machen, kann man symbolisch statt dem Schlüssel bald den Löffel abgeben – weniger ist oft mehr. Denkt mal drüber nach!

Zum Karneval der Karnevalisten am 22.11. in Teutschenthal trafen sich dann alle Vereine zu einer Best Of - Veranstaltung aus allen Programmen der Vereine wieder. Die Abordnungen der anwesenden Vereine stimmten sich hierbei auf die aktuelle Session ein. Clever organisiert wurde das Programm mehrmals durch eine 15minütige Tanzpause unterbrochen. Dies lockerte nicht nur das Programm auf, sondern bot zahlreichen Tanzwütigen die Chance, sich beinahe um den Verstand zu tanzen. Die dabei entstehenden heißen Momente konnten dann anschließend nur an der Bar wieder gelöscht werden – was den Wirt sicherlich erfreute.

Pünktlich zu Beginn der 1. Prunksitzung am 11.02.2012 stand das neue Programm des CCD und erfreute die närrischen Gäste im wie immer ausverkaufen Waldhotel zu Dölau. Die mühevolle Vorbereitung des Programms durch die einzelnen Akteure und Vereinsmitglieder ergab ein farbenfrohes Spektakel mit viel Witz, Gesang und Tanz. Auch am darauf folgenden Wochenende beim Veranstaltungsmarathon vor dem Rosenmontag standen alle Beteiligten ihre Frau bzw. ihren Mann.

Durchs Programm führten gemeinsam unsere Präsidentin Dagmar Stoye und unser Vize Stephan Bergmann in einem wie immer wortgewandten Ping-Pong-Spiel der karnevalistischen Topmoderation.

Ein weiteres Mal gaben sich Vivien I. und Alex I. als Prinzenpaar die Ehre und leiteten die traditionellen Punkte 1 bis 7 des Programms ein. Auch nach 31 Jahren sind diese im Programm des CCD nicht wegzudenken.

Mit dem Showtanz unserer Knirpse, einer Neuauflage des Sandmannliedes, wurde der Saal erst einmal auf Temperatur gebracht.

Das es ohne Männer nun mal einfach nicht geht, zeigte unsere Marie und erzählte in schön gereimten Worten, wie schwer es heutzutage doch ist, einen Mann zu angeln. Am Kostüm liegt es nicht – Grüne Plastiklatschen zu einem rot geblümten Kleid – wer könnte da widerstehen?

Der Gardetanz „Animen“ unserer mittleren Garde, begeisterte mit flotten Rhythmen das Publikum. Die Mädels steigern von Jahr zu Jahr ihr Können und holen einfach alles aus sich heraus – Was für ein Potential. Weiter so!

Von einem Potential ganz anderer Art profitiert hingegen unser leitender  Saalpolizist Hauptwachtmeister Bock. Nach einem Jahr operativ bedingter Pause bot er dem Publikum tiefe Einblicke auf seinen Allerwertesten durch ein luftig flatterndes OP Hemdchen. Nach so einem Einmarsch fiel es der anwesenden Damenwelt sichtlich schwer, seiner nicht minderanspruchsvollen Satire aus Poitik und Privatgeschehnissen zu folgen. Beim Thema Sex wurde die am lautesten kreischende Dame nach vorne geholt und fand sich augenblicklich im Programm wieder und musste intime Fragen zu ihrer Unterwäsche beantworten. 

Um auch die anwesende Männerwelt mit optischen Leckerbissen zu versorgen, gab die große Garde mit dem Tanz der Generationen einfach alles. Unter schwarzen Umhängen verbargen sie einen Hauch von nichts und bei schnell geschwungenen Beinen sang und klatsche nicht nur das Publikum mit…! Tanzen kann so schön sein – wenn es die Dölauer Garden tun!

Ein absolutes Highlight im Programm sind immer wieder die Dölauer Harnack-Hofsänger. Sie ließen auch dieses Mal mit ihren eigenen Textvariationen zu „Wann gibt’s mal wieder richtig Urlaub“ (im Original von Rudi Carell – „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“) kein Thema im Urlaub eines staatstreuen DDR-Bürgers unangesprochen und kein Auge des Publikums trocken! Die Aufmerksamkeit des Publikums war beispiellos, wollte es doch jede humorierte Textpassage verstehen, um anschließend hemmungslos über die satirisch meisterhaft getexteten Strophen in tosendem Gelächter auszubrechen. 

Unsere Funkenmariechen Elisabeth und Frederike zeigten mit ihrem Funkentanz „Dirty Dancing und Moviestar“ wie schnell doch solche Lieder tänzerisch interpretiert und getanzt werden können. Bei dem Tempo stockte dem Publikum mehr der Atem als den beiden Tänzerinnen selbst. Gekonnt ist halt gekonnt! Absolute Spitzenklasse.

“Pooost-Man”  Uwe packte wieder in sprachlicher Brillanz die Lokalpolitik am Schlafittchen und resümierte stets mit den Worten der früh aufstehenden Sachsen-Anhaltiner „wir sind immer jut druff, denn wir stehn immer 10 Minuten früher uff!“

Gefolgt vom Showtanz "Jackpott" der mittleren Garde, auch Heidegeister genannt, stand die Stimmung kurz vor dem Höhepunkt. 

Da es bekanntermaßen an Highlights im Dölauer Programm nicht mangelt, wurde nun in Windeseile die Tanzfläche mit wunderschöner Kulisse ausgekleidet – der Kenner weiß was nun kommt. 
Mit dem Dölauer „Heide“ Märchen wurde dem Publikum eine Kostümschlacht vom Feinsten geboten! Mit „Aschenputtel“ oder besser „Wie sexy kann eine Taube gurren?“ präsentierten die Dölauer Narren mal wieder eine Bühnenshow die ihres Gleichen sucht. Neben Aschenputtel, die aussah wie die blond toupierte Käseschnitte Frau Antje, einer furchtbar grimmig blickenden Stiefmutter mit regenfestem Kopfschmuck sowie humor- wie auch schmerzresistenten Töchtern, einem Party Prinzen, der seine weiße Strumpfhose stets zwickend unter den Brustwarzen trug, erblickte das Publikum auch die wohl am Besten kostümierten weißen Tauben, welche mit Ihrer Flugrunde durch den Saal und ihren Bewegungen den Glamour Girls in Sachen Grazie den Rang echt streitig machen können. Kurz um, dieses Märchen strapazierte das Zwerchfell aller Anwesenden.

Die nachfolgenden „Klänge aus dem Ural“ animierten unsere große Garde zu einem sehr gelungenen Gardetanz, welche sicher den einen oder anderen im Publikum nicht nur zur Order von „CTO GRAMM“ bewegte… Unsere Gardesisters wissen einfach, was dem Dölauer Publikum gefällt, denn Tradition verpflichtet und so bebte wieder einmal der kleine Saal des Cafés am Heiderand.

Eine Playbackshow mal etwas anders gab es diesmal zu sehen. Den Ton angebend trat Helene Fischer ins Rampenlicht. Im Anschluss daran betraten die wohl schönsten 12 Beine, gefolgt von zwei Fußballstelzen, den Saal. Diese tanzend hereinmarschierte Raupe verbarg die Steinernen Jungfrauen inkl. Prinzenpaar. Mit einem ABBA Medley zeigte unsere wohl meist erfahrene Tanzgruppe, dass man selbst als steinerne Jungfrauen noch lange nicht zum Dölauer Kulturerbe gehört. Unter der Mitwirkung von Prinz Alex I. kann man diese Darbietung auch als getanztes Motto „Jungfrau und Tanne, gebt euch die Kanne“ verstehen. Viel Haut und perfekte Choreographie ließen nicht nur die Männerherzen höher schlagen.

Dieses Medley zu toppen schien glatt unmöglich, doch als Mickie Krause, eingekleidet von der Sofaabteilung von Multipolster, den Saal betrat und die anwesende Damenwelt aufforderte „Schatzi schenk mir ein Foto!“, da war die Stimmung nicht mehr zu bremsen. Vollbusige Frauen (oder Imitate) stürmten die Tanzfläche mit Fotos und Telefonnummern – "dieser Auftritt war Sex als Gesang und Tanz", hächelte eine schwärmende Frau im Publikum. Zum Glück konnte Mickie Krause unerkannt und unbemerkt nach seinem Auftritt durch den VIP Bereich des Waldhotels nach draußen begleitet werden, ohne einer der unzähligen Versuchungen zu erliegen.

Die Flucht wurde ermöglicht durch den farbenfrohen Auftritt des E-Teams zu „Flashdance“ Zu zackiger Musik bewegten sich die Mitglieder des Elferrates in gewohnt sicherem Schritt bei traditionell eingebauten Tanzfiguren wie dem Dölauer Rundelement in viel zu engen weißen Strumpfhosen, über die sie noch gekonnt Großvaters Badehose trugen. Einem gelang es sogar, die Badehose bis fast unter die Achseln zu ziehen – sehr zur Freude der Damenwelt. 

Auch in diesem Jahr bildete das Dölauer Lied unser Grande Finale und alle Mitwirkenden vereinten sich zum Gesang auf der Bühne gefolgt von der traditionellen Polonaise durch die Katakomben des Waldhotels.

Wegen der großen Kartennachfrage führte der CCD erfolgreich eine Zusatzveranstaltung am Freitag nach Weiberfastnacht durch. 

Da Tradition verbindet, entsandte der CCD wie in jedem Jahr eine besonders trinkfeste Abordnung am 28.01. zum Rentnerfasching nach Zappendorf. Wie im VIP Bereich direkt neben der Bühne sitzend, erfreuten sich einige von uns nicht nur am Programm und den tollen karnevalsgerechten Preisen. 
Weiterhin erfreuten sich Abordnungen des CCD am Programm ZKV in Zscherben, sowie dem Nemsdorfer Carnevals Club, wo wir auch mit Freude und Begeisterung am Jubiläumsumzug teilnahmen.

Nach einem sonnigen und wunderschönen Rosenmontagsumzug beendete der CCD seine Session mit der Rosenmontagsveranstaltung, die bekanntlich immer etwas außergewöhnlich abläuft. 

 

Abschließend kann man sagen: „schön war´s!“. Wir blicken ein weiteres Mal auf eine absolut gelungene Session zurück. Der Zuspruch unseres Publikums und sogar der Besucher zweier Kamerateams von MDR und TV Halle sprechen da einfach für sich, dass der CCD „Blau-Silber“ Dölau längst kein Insider Tipp mehr ist! 

Wir freuen uns nun schon auf die nächste Session bis es dann in Halles Karnevalshochburg Dölau im Waldhotel wieder heißt „Dölau helau“.